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Datum

07.09.2002

Etappe

Graz(A) - Wien(A) - Sofia(BG)  

Distanz

30 km

Text

Tagwache um 3:30h. Ich muss noch schnell in die Firma, um dort ein Mail abzusetzen, was mich allerdings nicht viel mehr als eine halbe Stunde kostet. Um 4:45h starte ich dann Richtung Bahnhof. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es noch immer stockdunkel ist, aber es ist ja schon September. Unterwegs zum Bahnhof fahre ich noch bei einer Polizeikontrolle vorbei, ich fahre ohne Licht am Fahrradstreifen. Der Bulle sieht mich zwar böse an, aber zu mehr kann er sich nicht durchringen.

Ich bin rechtzeitig am Bahnhof und der Zug startet um 5:30h. Die erste Hürde wäre also geschafft. Um 8h bin ich dann am Südbahnhof in Wien und fahre anschliessend die 20km mit dem Fahrrad zum Flughafen nach Schwechat. Beim Einchecken habe ich Glück: Am "Bulky Lugguage"-Schalter kommt zufällig ein Zöllner vorbei, und fragt mich, ob ich nicht die Luft aus den Reifen herauslassen wolle. Sowohl ich als auch der Typ am Schalter hätten darauf vergessen - sonst wäre ich wohl mit 2 Platten in Sofia angekommen.

Im Flugzeug sitzt neben mir eine ca. 60-jährige Engländerin und wir kommen ins Reden. Die Frau ist eine alte Travellerin, hat schon sehr viel gesehen und ist schon in den 1960ern durch Bulgarien getrampt. Sie ist mit einem Türken verheiratet und hat auch 4 Jahre in Istanbul gelebt. Sie erzählt mir über die Stadt und ihren Job, bei dem sie zur Zeit in Pazardzhik an einem Projekt zur Resozialisierung von straffällig gewordene Roma arbeitet. Da diese Stadt mein morgiges Ziel ist, kommt mir sofort der Gedanke, die Leute mögen doch nicht an mir und meiner Ausrüstung rückfällig werden. Sofia: Gepäck da, Fahrrad auch, sogar unbeschädigt, obwohl ich es nicht verpackt habe. Bis ins Zentrum fahre ich ca. 15 km. Das Hotel "Niky" habe ich mir schon via Internet gebucht. Soll in der Nähe des Zentrums liegen, aber ich habe keinen Stadtplan. Daher frage ich ein Mädel, wie ich dort hinkomme. Rosi, so heisst sie, lebt in Köln und spricht Deutsch. Sie trifft sich noch mit 2 Freundinnen und zusammen geleiten sie mich zu meinen Hotel.

Deja vu: Das Hotel kannte ich bereits aus dem Vorjahr, damals hatten sie allerdings kein freies Doppelzimmer mehr. Obwohl ich es nicht wusste, spürte ich schon vorher, dass es dieses Hotel sein würde. Hotel Niky ist ein netter Laden, im Innenhof gibt es einen Gastgarten mit Brunnen und man hat hier auch deutsche Speisekarten.

Überhaupt gefällt es mir in Sofia sofort wieder, ich mag diese Stadt. Die Engländerin sagte mir schon "Sofia has changed so much in the last few years". Und tatsächlich gibt es hier alles, was der Westeuropäer braucht oder auch nicht: MacDonalds, Boutiquen, Parfümerien, Handy-Mania, Posche usw..

Noch etwas Bekanntes gibt es - Regen, ich war drei Mal in Sofia, drei Mal hat es geregnet.

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