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Datum

05.06.2024

Etappe

Banyuwangi(RI) - Lovina  

Activities

Distanz

94 km

↑Meter

418 hm

Fotos

36

Karte / Track

1

Die Nachtruhe war etwas durchwachsen und letztendlich stehe ich vor 7h auf. Wetterlage? Wie immer in den letzten Tagen schwer einschätzbar, auf jeden Fall hat es in der Nacht geregnet und in der Früh hängen im Osten - wohin ich will - tiefgraue Wolken, die so aussehen, als meinten sie es ernst. Als ich um 7:30h aufbreche, ist der Himmel blau und die Luft stickig ...

Bis zum Fährehafen in KetapangKetapang sind es nur 12km durch städtisches Gebiet und ich erreiche ihn kurz nach 8h. Das Ticket gibt es direkt gegenüber von der Einfahrt zum Spottpreis von umgerechnet €1,20 zu kaufen und wenige Minuten später bin ich auf der Fähre, die kurz später ablegt. Im Hafen sieht man schon so einige Kähne, mit denen man nicht unbedingt mitfahren will - sie befinden sich teilweise in einem äusserst fragwürdigen Zustand.

Die Überfahrt nach GilimanukGilimanuk auf der Insel Bali dauert nicht lange, da die Balistrasse an der engsten Stelle nur 2,5km breit ist. Richtig gut auf der Überfahrt tur auf jeden Fall die Meeresbrise! Viel zeitaufwändiger als die Fährpassage ist dann schon die Wartetei, bis das Schiff im Hafen zum Roll-Off an die Reihe kommt.

Endlich also auf der Götterinsel angekommen, wenn auch mit einigen Monaten Verspätung! Wieder einmal mache ich ein kleines Resümee wie in Hanoi oder Kuala Lumpur: Ich bin bei meinem Fortsetzungsprojekt jetzt schon die gesamte Strecke von Österreich bis Bali gefahren! Beeindruckt mich gerade wieder selbst etwas! Nach den ersten Kilometern Fahrt auf Bali und der ersten Berührung mit der Hindu-Kultur stelle ich fest - hier ist alles besser als im Java-Indonesien: Die Strassen, die Luft, der Verkehr, das Panorama, es ist sauberer und aufgeräumter ...

Der erste Teil der Strecke auf der Strasse 3 an der Nordküste verläuft durch eine in den Urwald geschlagene Schneise, fortwährend tauchen Makkaken am Strassenrand auf. Es ist flach, durch den Wald angenehm kühl und das bei guter Strasse - grossartig, fährt sich fast von selbst gegen Java! Danach folgt viel landwirtschaftliches Gebiet und ab Labuhan LalangLabuhan Lalang führt die Strasse etwas weg von der Küste und einige Höhenmeter sind zu machen. Später verläuft die Strasse oft direkt neben der Küste und ich geniesse den Luftzug. Viele hinduistische Schreine und Tempel sind zu sehen, allerdings sind die meisten betoniert und eher unschön. Im Shop am Strassenrand gibt es eine Menge verschiedene Biere und Wein, was auf Java undenkbar wäre - ganz klar, hier haben die Hindus das Sagen, wenn es natürlich auch viele Moslems gibt.

Nach einer Pause passiere ich mit PemuteranPemuteran den ersten Ort, wo es Resorts für Individualtouristen, Tauchschulen, Tattoo-Shops usw. gibt - vom Massentourismus wie an der Südküste ist man hier an der Nordküste glücklicherweise noch weit entfernt, aber mal schauen, wie das weiter östlich aussieht!

Die jetzt folgenden Orte wie Seririt sind dann eher wenig zu unterscheiden von den Ortschaften auf Java, der Verkehr hat in dem Bereich auch ordentlich zugenommen. Kurz vor Etappenende kehre ich dann beim 'Deutschen Eck' auf ein Ziel-Bier ein und unterhalte mich mit Richard, dem 81-jährigen Besitzer aus Augsburg. Er betreibt die Anlage seit 20 Jahren mit seiner Frau und möchte nie mehr zurück! 5 Kilometer weiter bin ich in LovinaLovina, Etappenziel und einer der Hauptorte an der balinesischen Nordküste. Die Resorts sind auch hier in Ordnung, keine Anzeichen von Massentourismus mit Hotelburgen. 

Meine Unterkunft, das 'Frangipani Beach Hotel', ist auch sehr angenehm, sauberes geräumiges Zimmer direkt am Strand. Heute hat es gegenüber Java eine weitere Stunde Zeitverschiebung gegeben, trotzdem ist die Stunde schon fortgeschritten und mir bleibt nichts mehr anderes zu tun als zu essen und zu trinken. Ich probiere neben einer Seafood-Pizza auch den balinesischen Weisswein, für den man aber ganz ordentlich abkassiert (0,2L kosten 5€, das ist einfach viel, viel zu viel). 

Den morgigen Ruhetag werde ich bestmöglich zu nutzen und meine wenigen Tage auf Bali zu geniessen versuchen. Leider hat sich durch meine mehrstündigen Regenfahrt eine Verkühlung eingeschlichen und ich wache in der Nacht mit ziemlichen Halsschmerzen auf. Hoffentlich bekomme ich das schnell wieder in den Griff ...

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