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Kurz nach 6h bin ich wieder unterwegs, der heutige Tag beginnt so, wie der gestrige aufgehört hat: mit einigen Flussquerungen und den obligaten Steigungen. Nach
21km bin ich in Maje Maje, kurze
Frühstückspause, weil es in der Unterlunft nichts gegeben hat (das erste Mal).
Nach dem Ort ändert sich die Lage insofern, als die Brücken zwar in der gleichen Frequenz wie vorher - also alle 5 bis 10km - auftauchen, aber keine
richtigen Steigungen mehr damit verbunden sind. Das macht das Fahren wesentlich flüssiger und leichter. An die Küste direkt kommt man wieder nur
gelegentlich.
Nach Merpas
komme ich bei KM40 nach Tebing
Rambutan und pausiere nochmals, denn jetzt geht es dann 500 Höhenmeter den Berg hinauf. Zuerst kommen noch 2 kapitale Rampen, bevor es dann
wirklich mit der Bergfahrt losgeht. Und die hat es in sich: Auf den ersten Kilometern ist es so steil, dass ich es gerade noch ertreten kann - es hat um die 20%
und das ist für das Reiserad schon heftig. Später wird es dann erträglicher, aber zwischendurch steigt es gewaltig. Ausserdem verliert man durch kurze Abfahrten
zwischendurch immer wieder an Höhe, die man dann erneut machen muss.
Siedlungen gibt es hier am Berg keine, aber Makaken zeigen sich immer wieder auf und neben der Strasse. Ansonsten nur Urwald und es ist richtig mühsam. Nachdem ich
den Pass erreicht ha es, wieder auch nicht richtig entspannend. Und dann gleich das nächste Problem: Hinterreifen platt, als ich die kleine Ortschaft am Berg
erreiche. Zufällig ist dort auch eine Werkstatt und ich bitte darum, den Reifen nochmals aufzupumpen- das geht schneller als mit der Handpumpe. Hilft wie erwartet
nichts - Schlauch muss gewechselt werden. Ich mache das und die Jungs von der Werkstatt unterstützen mich. Nach einer halben Stunde geht es weiter.
Dann Abfahrt, obwohl es keine reine Abfahrt ist, immer wieder Gegenanstiege auf dem ersten Teil, erst dann geht es richtig steil hinunter nach Rata
Agung und dann flach weiter nach Lemong.
Der Schlauch hält gottseidank, anscheinend kein Fremdkörper mehr drinnen. Dann beginnt der grosse Regen, es beginnt ordentlich zu schütten. Ich habe ernsthafte
Bedenken, dass ich das heute noch schaffe. Ich muss noc jede Menge Höhenmeter machen und bin heute auch schon etwas angezählt.
Immer wieder diese grauslichen Rampen, die viel Kraft kosten. Ich muss 2 Packungen schlucken, damit ich Energie bekomme. Mit der Zeit wird es etwas besser. Über
Bembang und Negeri Ratu fahre ich weiter. Zwischendurch hört es auf zu regnen um dann noch stärker wieder zu beginnen. Schon ein Horrotag, muss ich
sagen. Mein Zustand wird wieder besser, die Rampen bleiben, erst auf den ketzten Kilometern vo Krui Krui wird es flach und ich
bin, happy, dass ich doch noch mein Ziel erreiche!
Die Ortschaft selbst sieht nicht wie andere - unaufgeräumt und chaotisch. Man fährt dann noch einige Kilometer den Beach hinunter und hier sind die Unterkünfte für
die westlichen Touristen, hauptsächlich Surfer. Und tatsächlich sehe ich dann auch gleich die ersten von ihnen. Meine Unterkunft, das Kambuna Bungalow, wird
von Lawrence, einem Engländer, betrieben, der mit einer Indonesierin verheiratet ist und schon 20 Jahre in Asien als Telekom-Ingenieur arbeitet. Hier gibt es also
westlichen Standard, Bier und wir unterhalten uns beim Abendessen und danach noch - sehr schöner Ausklang eines grausigen Fahrtages ...
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