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Früh morgens ist es hier, am Fusse der Berge, noch ziemlich frisch. Das Handtuch, das im Freien übernachtet hat, ist total feucht. Über Verceia fahre ich über eine Brücke ans
nördliche Westufer des Lago di Como. Das Westufer ist laut Karte landschaftlich schön, ausserdem sicher verkehrsärmer als das andere, obwohl es nicht ganz
ruhig ist. Im ersten Ort, Gera Lario kaufe ich mir eine Karte und
beginne mir Gedanken über die weitere Streckenführung zu machen. Das Panorama ist phantastisch, man fährt durch schöne kleine Orte im alten Baustil wie zB
Domaso und Gravedona. Es gibt auch einige Tunnel,
manchmal mache ich das Rücklicht verwende - kein Problem.
Nach Dongo Dongo kommt ein langer
Tunnel, den ich auf der kleinen alten Strasse an der Küste umfahren muss, auf der ich fast durchgängig bis Rezzonico
bleiben kann. Ich fahre dann wieder auf der Hauptstrasse, wieder hat es eine längere Tunnels. Auf der Karte habe ich gesehen, das von Menaggio,
einem hübschen Ort, eine Fähre weggeht, und erkundige mich dort nach den Abfahrtszeiten. Man sagt mir, dass ich besser 3km weiter fahren solle, dort gibt es eine
Direktfähre ab Cadenabbia.
20 Minuten Wartezeit, dann legt die Fähre nach Bellagio
ab, die Überfahrt dauert nur einige Minuten. Bellagio ist ebenfalls - wie fast alle hier - ein schöner Ort. Von hier gibt es einen satten Anstieg mit
anschliessender Abfahrt, dann bin ich am Lago di Lecco. Es ist zwar noch immer das gleiche Gewässer, aber der Ostausläufer des Südzipfels trägt diesen
Namen. Die Strasse hier ist schmal und flach, rechts von mir steigt das Gebirge an. Ortschaften und Verkehr gibt es hier kaum. Ich komme durch Oliveto
Lario und Onno
und nach 2 weiteren langen Tunnels bin ich in Lecco.
Beim Penny-Markt mache ich eine Pause: Äpfel, Milchschnitten und Cola stehen heute am Speiseplan.
Vor den kommenden 30 Kilometern habe ich etwas Bammel wegen der LKW, es ist in diesem Raum doch die einzige Strasse nach Bergamo. Ganz so arg wie befürchtet wird
es nicht, aber ganz ohne ist es auch nicht. Manchmal gibt es keinen Seitenstreifen, die LKW kommen oft sehr nahe. Zwischendurch gibt es leichte Steigungen, die
Strecke verläuft über Calolziocorte
und Cisana
Bergamasco. Ponte San
Petro ist schon ein Vorort von Bergamo Bergamo, hier wird die
Situation etwas besser. Die Vororte sind hässlich, man baut zwar viel, vergisst aber die alten Gebäude abzureissen. In die Stadt hinein kann ich den Fahrradweg
nutzen.
Ich muss/will heute noch 40km machen, daher habe ich nicht viel Zeit für eine Stadtbesichtigung, von der Weite sieht die Altstadt am Berg aber hübsch aus, zum
Rauffahren habe ich keine Zeit. Ich frage nach Weg, man schickt mich richtigerweise zum Bahnhof, dort ist alles wieder beschildert. Genau bei km 100 unterfahre ich
die Autobahn, fahre mit viel LKW geradeaus nach Albano San
Alessandro, dann wird das Verkehrsaufkommen geringer.
Bis Grumello del
Monte zieht sich die Strecke, jetzt bin ich wieder richtig am Land. Müde bin ich schon und ausserdem fehlt es mir heute etwas an Motivation. Nach
ca. 130km bin ich endlich in Sarnico Sarnico und somit am
ersehnten Lago d'Iseo, einem etwas kleineren und unbekannteren See am Südrand der Alpen. Es ist schön hier, fast nur Italiener unterwegs, in der
Nachmittagssonne gönne ich mir im Hafen ein Bier. Anschliessend sind es noch 10km bis Iseo Iseo. Es ist ein Touristen-Ort mit
allem, was dazugehört, aber das Panorama ist ideal. Ich miete mich am Camping-Platz ein, wo es hunderte - hauptsächlich italienische - Wohnwägen hat. Nach dem
nervigen Zeltaufbau gehe ich am CP essen, während die Animateure die Bambini unterhalten. Am Abend gehe ich in die Stadt hinein, immerhin ein 15-minütiger
Fussmarsch - lohnt sich aber.
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