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In der Nacht hat es ordentlich geregnet und in der Früh ist die Strasse noch nass. Um 5 Uhr schreit zuerst der Muezzin und danach krähen alle Hähne der Umgebung,
was nichts Ungewöhnliches ist in so einem kleinen südostasiatischen Dorf - überall werden die Eierproduzenten zuhause gehalten.
Als ich um 6:15h wegfahre, ist es gar nicht warm, eher so feucht-kühl und ich überlege schon, ob ich ein Gillet anlegen soll. Solche Überlegungen gibt es in
Südostasien nur äusserst selten und ich verzichte auch heute darauf. Einige Kilometer geht es zwischen den Reisfeldern hindurch geradeaus und mit geringerer
Steigung dahin, schon bald aber kommen die wirklich heftigen Anstiege auf der Bergstrasse und hier gibt es nie Entpannungsphasen - 'The only way ist up!'. Es ist
vielleicht nicht ganz so extrem wie gestern, aber trotzdem noch so, dass ich am letzten Zacken fahren muss.
Nach zweieinhalb Stunden bin ich nach Wae Bangka Wae Bangka bei Kilometer
17 am ersten Peak auf fast 1000 Meter und oben gibt erst einmal eine Pause. Nach dem Peak 1 geht es zunächst einmal relativ flach und dann noch einige Kilometer
bergab, bevor der 2. von insgesamt 4 Anstiegen beginnt. Der Abschnitt ist ziemlich serpentinenreich und hat auch so seine Rampen, allerdings nicht mehr ganz so wie
am ersten Teil. Bei KM28 habe ich den Pass 2 um 10h erreicht - erfreulich, der Tag ist noch ziemlich jung und ich aber zumindest fast die Hälfte der Anstiege
hinter mir.
Die nächste Abfahrt ist länger und hier setzt ordentlicher Gegenwind ein. Vom Strassenzustand her ist jetzt Vorsicht geboten: immer wieder gibt es schön
ausgestanzte Löcher im Asphalt, die für die Füllung vorbereitet wurden, etwa 15 Zentimeter tief und zum Teil mehrere Meter lang oder breit sind. Allein, gefüllt
wurden sie nie und sind so eine echte Gefahr auf der Strasse. Am Strassenrand sieht ma immer wieder Holzkäfige, in denen Schweine gehalten werden - auch ein
Zeichen, dass hier Christen wohnen.
Rai Rai ist bei Kilometer 50
der erste grössere Ort heute. Hier gibt es einen Markt, Apotheken und für mich auch wieder kalte Getränke. Man hat von hier einen schönen Blick auf das
Umung-Gebirge, das ich schon mehrere Stunden aus verschiedenen Perspektiven beobachte und das auch mehrere Vulkane beherbergt. Zugleich beginnt auch die dritte
Steigung, die Recht sanft anfängt, dann immer ärger wird und sich gegen Ende zum wahren Killer-Anstieg entwickelt, der auf über 1.200 Metern seinen Höhepunkt
erreicht.
Das war es allerdings noch nicht, eine Flussquerung sorgt für eine rasante Abfahrt und dann für einen schweisstreibenden Anstieg. Dann bin ich beim Stadttor von
Ruteng Ruteng, 5 Kilometer
trennen mich noch von meiner Unterkunft. Die Stadt, die auf 1.200 Metern liegt, gilt unter den Einheimischen aufgrund ihrer Höhe als kalt, obwohl es bei
meiner Ankunft fast 30° hat. Die Nächte werden aber - gottseidank! - schon etwas kühler sein.
Ich habe für zumindest 2 Nächte ein Zimmer in einem Hostel gebucht - möglicherweise wird es auch eine dritte. Im Ort gibt es einige Kirchen, da und dort Traveler
und in der Umgebung doch auch einige Dinge zu besichtigen. Heute bin ich erst einmal müde nach den 3.500 Höhenmetern an den letzten beiden Tagen. Abendessen gibt
es in einem Restaurant im Zentrum: zuerst Beefsteak und als Nachspeise ein Pizza - die verlorenen Kalorien müssen wieder rein ...
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