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Der Tag beginnt in Labuan Bajo früh, um 6h bin ich schon beim
Frühstück und eine halbe Stunde später am Bike. Wie zu erwarten geht es gleich ordentlich zur Sache, Steigungen ab Kilometer 2. Am allerersten Abschnitt ist das
allerdings nur Vorgeplänkel, es geht eben etwas gröber auf und ab. Ganz einsam ist man nicht auf der Strasse und eigentlich fährt man auch den ganzen Tag in
bewohntem Gebiet, ohne dass einem größeren Ortschaften irgendwie auffallen - Verpflegungsprobleme gibt es keine und einkaufen tue ich öfters.
Bald nach Palembang beginnt dann die 'richtige'
Steigung: Wirklich sehr viele heftige Rampen mit einer Steigung gegen 15%, die meiner letzten Tuning-Aktion kurz vor Abflug - dem Wechsel auf ein 28T-Kettenblatt
vorne - wirklichen Sinn geben. Äusserst herausfordernd mit dem schweren Rad und vor allem auch nicht enden wollend! Das Gute an der Sache: Man macht schnell Höhe
und mit der Höhe werden die Temperaturen bedeutend angenehmer. Nach Melo Melo bei KM22 kurze
Entspannung mit einer Gegenabfahrt, dann schlängelt sich die Strasse weiter gnadenlos den Berg hinauf. Bei der Berganfahrt sehe ich sogr in dieser abgelegenen
Region mehrere größere Kirchen und einige kleine Moscheen, die darauf hinweisen, dass die Christen hier tatsächlich in der Mehrheit sind.
Mein persönliches Bergdrama nimmt dann ungefähr bei KM35 und auf 1.000 Höhenmetern ein abruptes Ende: So zäh es bergauf gegangen ist, so hurtig geht's jetzt
auf der anderen Seite runter und ich kann des Öfteren zum Überholen ansetzen. Obwohl man auch gute Ausblicke auf die Umgebung, muss ich meist auf die Strasse
achten, da man es hier wirklich ordentlich krachen lassen kann!
Nach etwa 10 Kilometern ist der Spass zu Ende, ich bin wieder unten auf 200hm, es ist wieder richtig heiss und ich habe ordentlichen Gegenwind, weil der Wind hier
aus dem Süden kommt. Ich komme bei einer Schule vorbei und es wie bei den letzten Touren: Abklatschen mit den Schülern, die gerade auf dem Nachhauseweg sind -
super! Auf dem weiteren Weg sind noch 3 Flüsse zu queren, was jedes Mal knapp 100 Höhenmeter bedeutet, da das Gelände voll ausgefahren wird.
Auf den letzten Kilometern vor meinem heutigen Etappenziel gibt es dann viele Reisfelder und es sind die ersten auf der heutigen Tour. Ich möchte in Lembor Lembor abbrechen, da nicht
gleich der erste Tag ein Killer-Tag werden soll und ich ohnehin schon 1.600 Höhenmeter gemacht habe. An mir liegt es nicht, ich muss nur ein Zimmer finden. Das
geht dann auch relativ rasch, obwohl es hier nur eine Unterkunft gibt, die in Frage kommt. Dorthin geleitet mich eine Gruppe Schuljungs, die sofort gesehen haben,
was ich suche.
Die Unterkunft ist dann schon ziemlich fragwürdig, aber eben echter Indo-Standard: Keine Dusche, nur ein Wasserhahn in Hüfthöhe, unter dem ein Riesen-Wasserfass
steht - keine WC-Schüssel, das ist tiefergelegt. Aber man muss nehmen, was man bekommt und so übernachte ich hier für €10,-. In der Umgebung gibt es
wenigstens ein brauchbares Restaurant und so kann man hier schon die Zeit totschlagen. Morgen wird es dann ohnehin nochmal eine Spur ärger, wenn geht, möchte ich
bis Ruteng kommen - wenn geht eben, aber ob die 2.000 Höhenmeter gehen, werde ich dann sehen ...
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