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Ich starte gegen 8:45h nach einem Frühstück im Hotel - es hat bereits 30° und eine Stunde später 32°, im Laufe des Tages sollen 36° werden, aber die Hitzewelle
hast ja ganz Europa überrollt und in Deutschland liegt die Tagesspitze bei 41°! Heute fahre ich von Beginn weg auf dem Radweg AIDA, am Anfang auf ganz
schmaler Nebenstrasse, später dann auf der SP (Strada Provinciale = Provinzstrasse, in etwa Landesstrasse), aber alles sehr schön und ruhig zu fahren bis
Mignagola.
Nach dem Ort biege ich dann links auf die SR53 (Strada Regionale), das ist in der Strassenhierarchie schon eine Kategorie höher und das merkt man beim
Verkehrsaufkommen deutlich. Es geht asuf einer mehr als 10 Kilometer langen Geraden dahin, gottseidank gibt es hier aber eine abgegrenzte eigene Radspur, sodass
ich nicht mit den LKW um einen Platz auf der Strasse streiten muss. Trotzdem recht öde zu fahren, aber offensichtlich ist den AIDA-Komponisten für diesen Abschnitt
nichts Besseres eingefallen.
Nach der Geraden bin ich in Ponte di Piave Ponte di Piave und kann
dort runter von der SR, auf der Provinzstrasse geht es weiter nach nach Oderzo Oderzo, unterwegs sieht
man viele schöne alte Villen. Oderzo erreiche ich bei KM35, die Stadt hat ein schönes historisches Zentrum und am Hauptplatz lasse ich mich am Hauptplatz auf
einen Liter Mineral nieder. Hier hat es um 11h die 36° bereits erreicht und eine Abkühlphase tut gut - auch das Handy glüht schon wieder einigermassen.
Danach gibt es wieder Radweg pur: Zuerst auf schmaler Nebenstrasse ohne Verkehr, viel Wein wird hier angebaut. Vor Portobuffole Portobuffole, wo ich
abermals einkehre und mir 1 Liter Wasser einfülle, weiche ich vom Radweg ab und fahre rund 8 Kilometer auf Schotter durchs Ackerland - eine schöne, aber etwas
unruhige Abkürzung. Kilometerstand: 52, 26 weitere flache sind noch zu machen, wenn ich bei der geplanten Strecke bleibe.
Verpflegungsmässig sieht es heute nicht so aus: Supermärkte gibt es fast überhaupt keine, Tankstellen mit Shops auch nicht und so muss ich immer bei Bars oder
Restaurants nachtanken - das bleibt auch auf dem Rest der Strecke so. In weiterer Folge habe ich noch einen Abschnitt mit mehreren Kilometern Gravel, ansonsten
folge ich dem Radweg bis auf eine Abkürzung, wodurch ich zwischendurch auch auf die SP muss. Der Rest sind fast verkehrsfreie Nebenstrassen.
Meine Versuche, wieder an Wasser zu kommen, scheitern mehrmals: Tankstellen eingezeichnet, aber nicht vorhanden; oder Tankstelle vorhanden, aber auf der Autobahn;
; oder wie in Pieve,
alles wegen Siesta geschlossen! Erst wenige Kilometer vor Etappenende kann ich wieder 1 Liter Wasser mit Eis nachfüllen. Ich komme vor 16h in Pordenone Pordenone an und fahre zu
meiner Unterkunft. Dann die tägliche After-Ride Routine inklusive Wäsche waschen, anschliessend geht es in die Altstadt. Beim Hinausgehen kommt es mir vor, als
hätte jemand einen Föhn eingeschalten, so warm strömt die Luft noch immer.
Das Altstadtzentrum besteht hier vor allem aus der eeewig langen Strasse Corso Vittorio Emanuele II., die praktisch die Lebensader der Stadt ist und beim
hübschen Rathaus bzw. dem San Marco Turm beginnt. Links und rechts der Strasse gibt es nicht so wahnsinnig viel, die Stadt hat eher ein lineares Zentrum, was auch
an ihrer Vergangenheit als Handelsstadt liegt. So gesehen verläuft meine heutige Stadtbesichtigung eher schnell, aber auch deswegen, weil ich nach der heutigen
Hitzeschlacht nicht mehr den Elan für einen längere kulturelle Exkursion habe.
Wichtiger ist eine gute Pizza, und die gibt Da Cico direkt im Zentrum. Ich muss zwar geduldig sein, da der richtige Betrieb - wie üblich in 'Bella Italia' -
erst um 19h beginnt, aber ich darf schon 30 Minuten hinein - Pizza gut, Bier gut und das gekühlte Lokal passt auch gut - tutto bene!
Morgen ist der letzte Fahrtag, die Tour neigt sich ihrem endgültigen Ende zu. Etwas früher als heute möchte ich morgen beginnen - der heutige Tag hat mir ja wieder
gezeigt, was ich schon seit Jahrzehnten weiss: Wenn du schon in der Hitze startest, findest du nie mehr richtig in den Tag hinein!
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