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Datum

21.06.2026

Etappe

Amfilochia(GR) - Kato Riza  

Activities

Distanz

98 km

↑Meter

644 hm

Fotos

27

Karte / Track

1

Heute ist Sonntag und auf der Strasse nicht viel los - noch dazu verläuft parallel zur NR5 die Autobahn, sodass ich die Strasse fast für mich alleine habe. Der erste Teil ist ziemlich gerade und verläuft etwas im Landesinneren, gleich zu Beginn eine Steigung, dann wieder runter und über LoutroLoutro gerade bis KM15. Jetzt komme ich in Küstennähe und es wird kurviger, wieder eine Steigung, aber auch jetzt geht es nicht hoch hinaus, nur etwa bis auf 100hm. Nach der nächsten Abfahrt laufe ich bei KM24 in MenidiMenidi ein und bin jetzt wirklich direkt am Beach. 

Ich bin jetzt wieder am Eurovelo 8 und folge ihm jetzt - so ungefähr - den ganzen Tag über, mit dem Rad ist es auch fast die einzige Möglichkeit, ziemlich direkt nach Norden zu kommen. Die Strecke ändert ihre Charakteristik jetzt völlig, es geht jetzt einen Grossteil des Tages durch völliges Flachland, wie ich es bisher auf dieser Tour kaum hatte. Grund dafür ist ein riesiges Schilfgebiet: Der Amvrakikos-Nationalpark gehört zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Griechenlands und sogar des gesamten Mittelmeerraums. Er umfasst die Lagunen, Sümpfe, Flussdeltas und Küstenbereiche rund um den Ambrakischen Golf.

Auf dem Radweg, der am Rand des Gebiet verläuft, bekomme ich aber hauptsächlich Schilfpflanzen und Landwirtschaft zu sehen, immer wieder gibt es Schotter-Abschnitte. Landschaftlich ändert sich kaum etwas, endlos geht es so dahin, der Radweg schlägt unentwegt Haken und ab und zu kommt man durch einen Ort. Es ist schon eine stop-and-go-Geschichte und Tempo machen kann man nicht. Bei Halb Distanz ist das ärgsten Labyrinth vorbei und bei KM60 komme ich nach Ayios SpyridonasAyios Spyridonas. Wenig später verlasse ich das Schilfgebiet und komme auf die Hauptstrasse - Verkehrsschock! Nach der extrem ruhigen Fahrt kann man den Eindruck des starken Verkehrs auf mich auf der Hauptstrasse durchaus so bezeichnen! 

Bei KM73 komme ich nach LourosLouros, bis hierher ist noch immer alles flach. Es ist 12h und Zeit für eine Mittagspause in einem Cafe, nach einer dreiviertel Stunde geht's wieder weiter. Bei der gestrigen 'virtuellen Streckenbesichtigung' wurde schon klar, dass der Fahrtag hier noch einmal beginnt. Es war sowieso geplant, dass ich hier über den Hügel fahre - dass ich dann dem Verkehr entkomme, passt umso besser. Noch im Oert geht es rechts weg, vorläufig aber noch flach und mit der Zeit immer mehr steigend.

11 Kilometer sind es von Louros bis zum Peak, die letzten 5 haben es in sich. Der allerübelste ist der letzte Anstieg über cirka 1,5 Kilometer mit 15 bis 20 Prozent Gehalt, bei dem es zudem auch gnadenlos herunterbrennt! Mein Mobiltelefon überhitzt und kollabiert, das heisst, es schaltet sich aus. Ich mich noch nicht ganz - nach einigen hundert Metern Abfahrt kommt gleich der nächste kurze Anstieg und anschliessend eine Abfahrt, gefolgt vom nächsten Anstieg ... 

Der anschliessende Downhill geht Richtung Küste und ich komme nach Pidima Kiras, es ist wieder höchst an der Zeit, nachzutanken. Der Zeitpunkt für Entwarnung ist allerdings noch längst nicht gekommen, denn was mir jetzt an  Steigungen serviert wird, ist Extraklasse: Noch 4 kleine Peaks trennen mich von meinem Etappenziel und jeder von ihnen wartet mir noch eine hochprozentige Grauslichkeit (20%+) bei brütender Hitze auf! Aber gut, dieses Drehbuch habe ich mir selbst geschrieben! Entschädigt werden ich durch ein abermals unglaubliches Panorama an der Küste.

Irgendwann ist es dann ja doch so weit, dass ich an meinem Ziel in Kato RizaKato Riza ankomme. Ich habe mir für heute ein kleines Appartment auf einem Camping-Platz gemietet. Sehr OK, kann mich nicht beklagen. Das Beste der heutigen After-Ride-Party ist der Kalmar diese Tages in einem nahegelegenen Restaurant: Um 15€ bekomme ich hier 2 Dinger serviert wie noch nie! Sie schmecken hervorragend, sehen nicht so handelsübliche Calamari (diese traurigen , kleinen Baby-Kalmare) aus und haben auch richtig Gewicht. Eindeutiger Kalmar-Oscar auf dieser Tour und überhaupt dafür!

Morgen stehen am Festland noch einmal ausreichend Höhenmeter bis Igoumenitsa am Menü, ich optimiere daher noch einmal den Track, damit es ein paar weniger werden. Für 15:30h habe ich ein Fähreticket nach Lefkimmi und das sollte sich für die Fähre 6 von 8 wohl ausgehen ...

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