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Heute ist Sonntag und auf der Strasse nicht viel los - noch dazu verläuft parallel zur NR5 die Autobahn, sodass ich die Strasse fast für mich alleine habe. Der
erste Teil ist ziemlich gerade und verläuft etwas im Landesinneren, gleich zu Beginn eine Steigung, dann wieder runter und über Loutro Loutro gerade bis KM15.
Jetzt komme ich in Küstennähe und es wird kurviger, wieder eine Steigung, aber auch jetzt geht es nicht hoch hinaus, nur etwa bis auf 100hm. Nach der nächsten
Abfahrt laufe ich bei KM24 in Menidi Menidi ein und bin jetzt
wirklich direkt am Beach.
Ich bin jetzt wieder am Eurovelo 8 und folge ihm jetzt - so ungefähr - den ganzen Tag über, mit dem Rad ist es auch fast die einzige Möglichkeit, ziemlich direkt
nach Norden zu kommen. Die Strecke ändert ihre Charakteristik jetzt völlig, es geht jetzt einen Grossteil des Tages durch völliges Flachland, wie ich es bisher auf
dieser Tour kaum hatte. Grund dafür ist ein riesiges Schilfgebiet: Der Amvrakikos-Nationalpark gehört zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Griechenlands
und sogar des gesamten Mittelmeerraums. Er umfasst die Lagunen, Sümpfe, Flussdeltas und Küstenbereiche rund um den Ambrakischen Golf.
Auf dem Radweg, der am Rand des Gebiet verläuft, bekomme ich aber hauptsächlich Schilfpflanzen und Landwirtschaft zu sehen, immer wieder gibt es
Schotter-Abschnitte. Landschaftlich ändert sich kaum etwas, endlos geht es so dahin, der Radweg schlägt unentwegt Haken und ab und zu kommt man durch einen Ort. Es
ist schon eine stop-and-go-Geschichte und Tempo machen kann man nicht. Bei Halb Distanz ist das ärgsten Labyrinth vorbei und bei KM60 komme ich nach Ayios
Spyridonas Ayios Spyridonas. Wenig
später verlasse ich das Schilfgebiet und komme auf die Hauptstrasse - Verkehrsschock! Nach der extrem ruhigen Fahrt kann man den Eindruck des starken Verkehrs auf
mich auf der Hauptstrasse durchaus so bezeichnen!
Bei KM73 komme ich nach Louros Louros, bis hierher ist
noch immer alles flach. Es ist 12h und Zeit für eine Mittagspause in einem Cafe, nach einer dreiviertel Stunde geht's wieder weiter. Bei der gestrigen 'virtuellen
Streckenbesichtigung' wurde schon klar, dass der Fahrtag hier noch einmal beginnt. Es war sowieso geplant, dass ich hier über den Hügel fahre - dass ich dann dem
Verkehr entkomme, passt umso besser. Noch im Oert geht es rechts weg, vorläufig aber noch flach und mit der Zeit immer mehr steigend.
11 Kilometer sind es von Louros bis zum Peak, die letzten 5 haben es in sich. Der allerübelste ist der letzte Anstieg über cirka 1,5 Kilometer mit 15 bis 20
Prozent Gehalt, bei dem es zudem auch gnadenlos herunterbrennt! Mein Mobiltelefon überhitzt und kollabiert, das heisst, es schaltet sich aus. Ich mich noch nicht
ganz - nach einigen hundert Metern Abfahrt kommt gleich der nächste kurze Anstieg und anschliessend eine Abfahrt, gefolgt vom nächsten Anstieg ...
Der anschliessende Downhill geht Richtung Küste und ich komme nach Pidima
Kiras, es ist wieder höchst an der Zeit, nachzutanken. Der Zeitpunkt für Entwarnung ist allerdings noch längst nicht gekommen, denn was mir jetzt
an Steigungen serviert wird, ist Extraklasse: Noch 4 kleine Peaks trennen mich von meinem Etappenziel und jeder von ihnen wartet mir noch eine hochprozentige
Grauslichkeit (20%+) bei brütender Hitze auf! Aber gut, dieses Drehbuch habe ich mir selbst geschrieben! Entschädigt werden ich durch ein abermals unglaubliches
Panorama an der Küste.
Irgendwann ist es dann ja doch so weit, dass ich an meinem Ziel in Kato
Riza Kato Riza ankomme. Ich
habe mir für heute ein kleines Appartment auf einem Camping-Platz gemietet. Sehr OK, kann mich nicht beklagen. Das Beste der heutigen After-Ride-Party ist der
Kalmar diese Tages in einem nahegelegenen Restaurant: Um 15€ bekomme ich hier 2 Dinger serviert wie noch nie! Sie schmecken hervorragend, sehen nicht so
handelsübliche Calamari (diese traurigen , kleinen Baby-Kalmare) aus und haben auch richtig Gewicht. Eindeutiger Kalmar-Oscar auf dieser Tour und überhaupt
dafür!
Morgen stehen am Festland noch einmal ausreichend Höhenmeter bis Igoumenitsa am Menü, ich optimiere daher noch einmal den Track, damit es ein paar weniger werden.
Für 15:30h habe ich ein Fähreticket nach Lefkimmi und das sollte sich für die Fähre 6 von 8 wohl ausgehen ...
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