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Datum

15.06.2026

Etappe

Limni Keri(GR) - Lourdata  

Activities

Distanz

60 km

↑Meter

1207 hm

Fotos

43

Karte / Track

1

Auch heute habe ich es wieder nicht eilig - die Fähre am anderen Ende der Insel im Norden legt um 19:15h ab. Ich will dort dann nicht stundenlang herumhängen, also fahre ich später weg und kann mir noch dazu Zeit lassen. Nach dem Frühstück fahre ich gegen 9:15h in Limni Keri weg. Aufwärmphase gibt es heute absolut keine, nach 200 Metern geht es in den Berg und beginnt gleich knackig mit hochprozentiger Kost, so um konstante 10% hat der erste Anstieg.

Schön dabei: Auch hier geht der Verkehr gegen Null, nicht einmal nervige Touristen auf ihren Quads stören die Ruhe - das einzige was man fortwährend hört, ist Zirpen der Grillen. Die Temperatur ist beträchtlich. Dies Landschaft ist schon ziemlich karg, aber doch noch erstaunlich grün und es gibt viel Olivenanbau. Es wird dann etwas flacher, zwischendurch zieht die Steigung aber immer an. Bei KM8 bin ich in AgalasAgalas und gönne mir in dem kleinen Bergdorf in einem Lokal einen Smoothie mit viel Eis. Yummy!

Tendenziell wird es jetzt etwas weniger schweisstreibend, der Anstieg bleibt erhalten. Trotzdem alles schön zu fahren, langsam tauchen auch die Touristen mit ihren Quads auf - wäre ja eine Wunder gewesen! Bei KM14 erreiche ich den Ort KiliomenosKiliomenos, anscheinend auch bei Touristen beliebt, da einige hier sind und es auch mehrere Wein- und Olivenshops gibt. Nach dem Ort steigt es noch 2 Kilometer weiter, dann habe ich bei KM16 auf etwa 520 Metern den ersten Peak erreicht.

Die nächsten 7 Kilometer bis Ayios LeonAyios Leonsind eher einfach und meist leicht fallend, teilweise schöner Ausblick auf die Küste. Es steigt dann wieder leicht und zu Mittag reite ich am nächsten Peak in Exo ChoraExo Chora ein. Neben einem klangvollen Namen hat der Ort auch eine schattige Snack Bar zu bieten und ich kehre wieder ein. Es sind jetzt noch 21 Kilometer bis zum Fährhafen, 2 Peaks habe ich noch - aber ich muss mir Zeit lassen, auf die Fähre komme ich nicht vor 19h und das sind noch mehr als 6 Stunden.

Die Steigungen sind nicht mehr so stark, es ist eher ein andauerndes Auf und Ab. 6 Kilometer weiter, vor AnafonitriaAnafonitria, habe ich Peak 3 von 4 erreicht, kaufe ein Souvenir ein und tanke im Ort noch einmal. Dieses Gebiet ist komplett Quad-verseucht, sie sind überall und das oft in ganzen Schwärmen! Noch einmal 7 Kilometer sind es bis zum vierten und letzten Peak, der dann wieder höher liegt als die beiden letzten, ich muss von 350 wieder auf 500 Meter hinauf und teilweise fallen mir die Anstiege schon etwas schwer.

in Ano VolimesAno Volimes habe ich auch ihn erreicht und damit geht es jetzt bis zur Küste zum Teil richtig steil bergab und das bei richtig hammermässigem Panorama - das Grün der Insel und das Blau des Wassers machen wirklich ein tolles Bild, und ich muss aufpassen, dass meine Augen die Strasse und nicht die Küste fokusieren! Auf dieser Abfahrt gibt es auch jede Menge großer luxuriöser Villen, die als Ferienhäuser oder Appartments vermietet werden - viele sehen aus wie traditionelle Steinhäuser sind, unter anderem sehe ich auch eine Heli-Landeplatz.

Etwas nach 15h komme ich in Ayios NikolaosAyios Nikolaos an, dem Fährhafen, in dem ich jetzt bis um 19:45h warten muss. Eigentlich wirklich eine extrem beschissene Zeit für eine Fähre, aber ist nun mal so. Besonders ärgerlich dabei: Ich komme um 21:30h - wenn alles pünktlich verläuft - auf der Insel Kefalonia an und muss dann noch 9km und 200 Höhenmeter im Dunklen mit dem Rad fahren (in Hafennähe waren keine vernünftigen Unterkünfte zu bekommen). Letztlich kommt die Fähre natürlich nicht pünktlich - die Verspätung hält sich aber mit 20 Minuten noch in Grenzen. Trotzdem bedeutet es, dass wir eben mit dieser Verspätung in PesadaPesada ankommen und ich dann die letzten Kilometer starten kann. Es ist keine Roll-on-Roll-off-Fähre, sondern die Autos müssen auf der Fähre umdrehen und überhaupt alles im Hafen recht chaotisch ...

Als wir vor 22:00h auf der Insel Kefalonia ankommen, gibt es noch etwas Restlicht und ich stürze aus der Fähre. Der erste Anstieg ist - wie so oft bei Fährehäfen - richtig steil. Hier sind noch einige Lichtmasten im Dienst und das macht die Sache einfacher. Kaum ist der Anstieg zu Ende und es wird flacher, gibt es nur mehr absolut vereinzelt Masten und der Nachtflug beginnt. Eine ziemlich grenzwertige Angelegenheit: mein Licht am Rad ist nur für Notfälle konzipiert und gibt nicht viel her, es gibt keine Katzenaugen oder sonst irgendwelche Markierungen, ich fahre wirklich in ein schwarzes Loch und er ist nur gut, dass es wenigstens kaum Schlaglöcher gibt! Hin und wieder gibt mir ein Auto etwas Licht und irgendwie rette ich mich über die 9 Kilometer lange Distanz.

Kurz vor 23h bin ich bei meiner Unterkunft in Lourdata, dusche noch schnell und gehe noch auf Futtersuche. Nicht ganz leicht um diese Zeit, aber eine Club-Sandwich in einem nahe gelegenen Lokal geht sich noch aus. Dann beende ich den langen Tag und schlaf in meinem Zimmer sofort ein ...

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