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Heute gehe ich wieder mit einem Frühstart in den Tag - Punkt 6h verlasse ich das Hotel noch in der Morgendämmerung nach einem Basic Frühstück mit Banane und
Marillen. Es wird mit der Fahrt über den Berg ein langer Fahrtag und ich möchte nicht schon in der Hitze wegfahren. Die ersten 16 Kilometer geht es an oder in der
Nähe der Küste bis Anemomulos, dann biege ich links Richtung
Gebirge ab.
Zuerst ein Schock: Ich muss mir die Fahrbahn mit einer Menge LKW und anderen teilen, es geht richtig rund auf der Strasse! Sollte das doch nichts werden mit der
ruhigen Fahrt über das Gebirge? Ich mache eine kurze Frühstückspause bei einer Tankstelle, fahre dann weiter und wenig später Entwarnung: Hier in den Hügeln,
wenige Kilometer von der Küste entfernt, ist ein riesiges Gewerbe- und Industrie-Gelände und da wollen sie alle hin. Anschließend ist alles sofort alles anders und
es wird - wie erwartet - richtig ruhig.
Ich habe die ganze Zeit einen Berg mit Kamelbuckel-artigem Aussehen im Blickfeld, dem ich mit jeder Kurbelumdrehung näher komme. Am ersten Teil geht es hier nicht
permanent bergauf, sondern es eher ein Yo-Yo, ständig rauf und runter und ich passiere Ano
Soudenaiika Ano Soudenaiika. Ich bin
richtig am Land, nur mehr vereinzelt Häuser, quasi null Verkehr, viel Olivenbäume und Weinanbau. Wirklich herrlich zu fahren. Vor KM30 beginnt dann die richtige
Steigung, jetzt muss ich mit dem kleinsten Gang fahren und es ist auch schon richtig heiss. In Pegadia Pegadia mache ich bei KM33
die erste längere Pause bei einem Tankstellen-Cafe, dem Kamel-Berg bin ich mittlerweile schon richtig nahe gekommen.
Der Ort ist gleichzeitig auch der 1. Peak des Triple-Peaks vom ersten Pass, das heisst, es gibt eine kurze Abfahrt und dann geht der Anstieg weiter, wobei man den
imposanten Gebirgszug Skollis, der auch den Kamel-Berg bildet, westlich umfährt und immer einen guten Blick auf ihn hat. In Santomeri Santomeri bin ich dann am
2. und höchsten der 3 Peaks des ersten Passes. Man fährt jetzt noch einige Kilometer am Fuss des Gebirgszugs entlang, dann bin ich beim 3. Peak und der Berg
verschwindet aus meinem Blickfeld.
Dafür taucht bald ein Fluss auf - er fliesst in den nicht weit entfernten Stausee, der auch bald sichtbar wird und ziemlich riesig ist. Ich würde den Fluss und
dann geht es höhenmeterreich weiter. Trotzdem möchte ich diese Strecke keinesfalls tauschen, die extrem ruhige Fahrt, bei der mir in den letzten 3 Stunden nur
wenige Fahrzeuge untergekommen sind, ist traumhaft! In Agrapidokhori,
das man wieder über eine Rampe erreicht, bin ich sehr nahe am Stausee und mache noch einen letzten Blick auf ihn. In Latas Latas, das nur wenige
Kilometer ist, mache ich Pause bei einem Dorf Cafe - ich kann dem Ruf kalter Getränke nicht widerstehen!
Wieder nur 5 Kilometer und einen schweisstreibenden Anstieg weiter bin ich dann in Simopoulo Simopoulo. Von hier aus
sind es noch 10 km bis zum letzten Peak - klingt jetzt nicht viel, wird im Endeffekt aber doch noch mehr. Das Problem liegt darin, dass nach Akropotamia Akropotamia der Fluss zu
queren ist - an und für sich nichts Besonderes, hier aber schon, da es hier, wie mich ein Eingeborenen vorwarnt, keine Brücke gibt! Gestern hätten es 2 Radler aber
geschafft und der Fluss sei nicht besonders tief, die Umfahrung aber sehr aufwändig, lange und anstrengend. Gut, das hätten wir ja schon gehabt - unabdingbare
Flussquerungen kamen mir schon in Aserbaidschan und Kasachstan unter und in beiden Fällen hätte ich die Tour abbrechen müssen, eine Umkehr wäre fatal gewesen.
Als ich zum Fluss komme, sehe ich dass das eher eine leichte Übung wird, der Fluss ist vielleicht 30 bis 40 Zentimeter tief. Letztendlich muss ich nicht einmal
schieben, sondern kann ihn fahrend durchqueren. Nass werden die Schuhe trotzdem, weil ich beim Treten ins Wasser eintauche (in Südostasien waren die Socken und
Schuhe jeden Tag triefnass, das war aber der Luftfeuchtigkeit geschuldet). Das Hindernis ist also schnell überwunden, der Arbeitstag aber noch nicht zu Ende - bis
Mouzaki Mouzaki geht es noch und
am Ende besonders steil bergauf.
Es sind nur mehr 25 Kilometer, ich bin froh, das Ärgsten hinter mir zu haben und tanke in dem Ort beim einem Cafe erst einmal ordentlich Flüssigkeit nach. Es ist
verblüffend, was ich heute schon alles an Flüssigkeiten zu mir genommen habe - pissen war ich noch nie, das heisst, es war keinesfalls zu viel davon! Aber heute
ist es auch richtig heiss und durch die Topographie (es sind am Ende des Tages mehr als 1.300 Höhenmeter) braucht man fast so viel wie ein Kleinwagen!
Auch auf der restlichen Strecke kaufe ich noch nach, aber der Verbrauch sinkt mit der Steigung. Gegenwind setzt jetzt ein, ganz umsonst komme ich nicht nach
Olympia Olympia. Geschafft! Meine
Unterkunft liegt etwas außerhalb des Zentrums, ist aber schön ruhig.. Olympia ist ja nur eine größere Ortschaft oder maximal eine Kleinstadt. Morgen ist ja wieder
ein Urlaubstag, ich werde mir das antike Olympia anschauen. Heute gibt es nur mehr Abendessen im Ort, in dem schon wieder Scharen von Chinesen sichtbar werden ...
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