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bike-the-world.net: Sofia(BG) - Ankara(TR) / 2002/09 / Izmit(TR) - Adapazari(TR)

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Datum

16.09.2002

Etappe

Izmit(TR) - Adapazari(TR)  

Distanz

42 km

Fotos

2

Meine Berechnungen - und sie sollten auch stimmen - haben ergeben , dass ich bis Ankara noch 3,5 Fahrtage benötigen werde. Irgendwann kann ich daher einen Comfort-Tag einschieben. Aufgrund der Übernachtungsmöglichkeiten bietet es sich daher an, heute nur bis Adapazari zu fahren - so sei es. Ich gehe zum Bäcker frühstücken und hoffe, dass die Strasse nicht noch nasser wird, als sie es nach dem nächtlichen Regen jetzt ist.

Heute scheint der erste Schultag zu sein, ich sehe zum erstenmal die ganzen Kids in ihren Uniformen. Die Strasse von Izmit weg ist kein Problem, es gibt 2 Spuren und einen Pannenstreifen, kaum Richtungsänderungen und Anstiege. Als ich zum Sapanca-See komme, wird die Strasse einspurig, hügeliger und kurverreicher. Ich habe aber noch einen - sogar befahrbaren - Traktorstreifen und somit ist das Radeln auch hier stressfrei.

Nachdem ich den See passiert habe, ist auch schon die Abfahrt nach Adapazari, bis ins Sehir Merkezi (wichitiges Wort im Radler-Wortschatz, heisst soviel wie Zentrum) sind es nocheinmal einige Kilometer.

Adapazari selbst kann nicht viel und ist eine ziemliche Baustelle. Wie ich erst später erfahre war aber auch diese Stadt ziemlich vom Erdbeben betroffen. Ich quartiere mich zu einem relativ hohen Preis von Euro 18,-- im Hotel Aykar ein, was anders kann ich hier auch nicht finden.

Dem kühlen Fahrerlebnis folgt eine heisse Dusche und schliesslich eine Begehung der Fussgängerzone, wo sich auch der Bazar befindet. Beim Wasserkauf in einem Shop spricht mich der Boss auf Deutsch an und fragt mich, woher ich komme. Als ich sage, aus Graz, meint er: "In der Steiermark gibt es noch die echten Österreicher, in Wien leben sowieso nur Tschuschen" - als echter Wiener muss er das ja wissen. Ausländerfeindlichkeit unter Ausländern ist ja auch nichts Neues.

Beim Geldabheben lerne ich einen weiteren Einheimischen kennen, der meine Sprache spricht. Er hat in den 1970ern in Vorarlberg in der Textilindustrie gearbeitet, sein Haus wurde beim Erdbeben zerstört und er selbst schwer verletzt. Beide Herren sprechen erstaunlich gutes Deutsch.

Da ich heute genug Zeit habe, zappe ich mich im TV durch die türkischen Soaps. Die Serien erfreuen sich hier und im benachbarten Ausland grösster Beliebtheit - ich frage mich, wieso sich die Leute hier diesen Mist und bei uns den anderen ansehen.

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