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bike-the-world.net: Ankara(TR) - Tbilisi(GEO) / 2003/09 / Samsun(TR) - Fatsa(TR)

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Datum

28.08.2003

Etappe

Samsun(TR) - Fatsa(TR)  

Distanz

110 km

Fotos

5

Zum Frühstück nehme ich eine Bohnensuppe im Restaurant neben dem Hotel. Was anderes als Suppe gibt es auch nicht - und Frauen sind ebenso unerwünscht wie Schinkenbrot. Beim Bicycle-Seris hole ich mir dann noch einen Reserve-Schlauch. Zum Abschied bekomme ich im Hotel noch einen Cay, dann bin ich wieder dahin.

Über 35 km geht es 3-spurig und leicht ansteigend bisCarsamba. Die Strasse ist hier weit von der Küste weg, der mir ganztägig zuteil werdende Gegenwind ist auch nicht ohne. Links und rechts fast ohne Unterbrechung ziemlich heruntergekommene Häuser, das Vieh, hauptsächlich Rinder, grast neben der Strasse. Danach wird die Strasse zunächst 2-spurig. Hier treffe ich einen Bekannten: Erdinc hat mich 2 Tage zuvor bei meiner 1. Reifenpanne gefragt, ob alles ´normal´ ist oder ob er mich nach Merzifon mitnehmen soll. Er verkauft Bikes und Ersatzteile und versucht sein Glück in den nächsten Tagen an der Schwarzmeerküste.

Gleich danach wird die Strasse einspurig, schmal und holprig. Eigentlich ein einziger Fleckenteppich, ich muss dauernd aufs Bankett. Irgendwann reicht es mir dann, ich verziehe mich ganz auf das Bankett, man ist ja hier ohnehin nicht langsamer als auf dem als Strasse bezeichneten Ding. Irgendwo hier verliere ich auch meine Sonnenbrille, hab aber keinen Bock mehr, sie zu suchen.

Nach mehr als 20 Kilometer ist der Spuk zu Ende, nachdem ich durch Terme durch bin, verläuft die Strasse wieder direkt an der Küste, 2-spurig und mit Seitenstreifen. Leicht ansteigend und mit wieder tollem Asphalt geht es die nächsten 20 Kilometer dahin. Überall werden die Haselnüsse, die auch das Landschaftsbild zu dominieren beginnen, auf grossen Matten ausgebreitet und dort getrocknet.

Dann ist wieder Schluss mit der tollen Piste. Da sich der Mittagshunger einstellt und ich etwas restaurant-ähnliches am Strassenrand bemerke, mache ich Halt. Fehlanzeige - noch nicht offen. Aber der junge Mann lädt mich trotzdem ein, sein privates Mittagessen mit ihm zu teilen, nach einiger Zeit kommt auch noch sein Bruder hinzu, der auch der englischen Sprache mächtig ist. Wir tratschen ein bisschen - vor allem über Cypern, wo wir beide eine Zeit lang verbracht haben - , tauschen unsere Mail-Adressen aus, dann starte ich wieder.

Nach einigen Kilometern bin ich in Ünye. Die Stadt sieht ganz o.k. aus und ist die erste, wo eventuell eine Beach-Stimmung aufkommen könnte. Ab jetzt befahre ich auf der Bundesstrasse wechselweise den rechten und linken Seitenstreifen, je nachdem wie es der Verkehr und die Strassenbedingungen zulassen. Teilweise ist auch die Autobahn schon fast fertig, aber noch nicht für den Verkehr freigegeben, und ich habe 2 Privatspuren. Schifffahrt gibt es, wie eigentlich an der gesamten türkischen Schwarzmeerküste , kaum. Ich lasse mir erklären, dass das am ´little fish´ liegt. Auch der europäische Badetourismus existiert hier eigentlich nicht. Das Gebiet wird touristisch nicht gefördert, da nur der Juli und August regenfrei sind und die Saison damit zu kurz ist.
br> Nach 20 km bin ich in Fatsa und quartiere mich im Hotel Yahsi ein. Das Ding ist super - im Gegensatz zur Stadt, die im türkischen Durchschnitt angesiedelt ist. Das Hotel kostet Euro 17,-- und hat nur 2 Sterne - diese halten aber sicher auch nach dem europäischen Standard. Es wackelt nichts, jeder Schalter funktioniert, es gibt WC-Papier und eine perfekte Dusche. Alles ist total sauber, ich kann es kaum glauben: Das ist wahrscheinlich das Luxuriöseste, was ich auf der Reise antreffen werde.

Heute gibt es Fast-Food - das ist gut so, denn dabei lerne ich Mahmut kennen, der einen Hamburger-Stand führt. Jetzt weiss ich, dass Galatasaray Scheisse und Fenerbahce super ist. Ausserdem ist er überzeugt, dass Adolf Hitler ein grosser Mann war (er sollte aber mit seiner These nicht alleine bleiben, auch in Georgien war man einige Male dieser Meinung). Er war Basketballer und ist mit seinen Shorts, die ich sonst nirgends sehe, fast so etwas wie ein Revolutionär für mich. Wir verabreden uns zum Frühstück next morning

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