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Datum

01.09.2005

Etappe

Nazare(P) - Lissabon(P)  

Distanz

130 km

Text

Vor der Abfahrt esse ich noch 2 Toasts in einer Bar. Dabei komme ich mit der Kellnerin ins Gespräch, die Deutsch spricht, da sie eine Wintersaison im Gastgewerbe in Tirol gearbeitet hat. Gefallen hat es ihr dort aber überhaupt nicht. Ich verstehe ihre zurückhaltende Begeisterung: 1. sind die touristischen Auswüchse in Tirol ziemlich arg, zweitens hat sie sich beim Rodeln beide Knöchel gebrochen und ist dann vom Chef abserviert worden.

Heute brennt die Sonne von Anfang an gnadenlos herunter. Ich wähle heute nicht die Route entlang der Küste, sondern fahre durchs Landesinnere, da es ansonsten zu viele Kilometer bis Lissabon wären. Von Nazare weg geht zuerst 15 Kilmoeter relativ flach bis nach Alcobaca. Danach habe ich 20 Kilometer mittelstarken Uphill bis nach Benedita und benötige oben wieder einen Wassernachschub. Von Benedita über Rio Mare und Ota nach Alenquer ist die Fahrerei ein einziger Kampf: ständig auf und ab bei mörderischer Hitze und teilweise sattem Gegenwind, die Landschaft verändert sich kaum und ist typisch Marke iberisches Hinterland. Der LKW-Verkehr bleibt mir zum Grossteil wenigstens erspart, da parallel auch Autbahnen führen. Alenquer ist eine hübsche Stadt, die in die Hügel hingebaut wurde, ich fahre aber nur daran vorbei. Ich bin schon ziemlich ausgelaugt, Höhenmeter und Hitze haben ihre Wirkung.

Von hier sind es noch einmal 45 km bis ins Zentrum von Lissabon. Es reiht sich ein Industrieort an den anderen, ich muss mit den Trucks auf der engen Strasse kämpfen, es stinkt und ist fürchterlich heiss. Zur Belohnung für die heutigen Anstrengungen darf ich bei der Stadteinfahrt von Lissabon für ca. 7 km auf die Autobahn. Bei der Expo 98-Abfahrt verlasse ich sie wieder und suche den Weg ins Zentrum. Beim Fährhafen am Tejo schwenke ich rechts hinein und starte mit der leidigen Zimmersuche gegen 20h. Nach einigen Fehlschlägen finde ich am Praca de Figueira die Pensao Coimbra e Madrid. Sie ist im 4. Stock und kostet 20,--Euro pro Nacht. Nicht wirklich teuer für eine Unterkunft mitten im Zentrum einer europäischen Hauptstadt, allerdings hat sie aber auch keinen Lift und ist relativ bescheiden ausgestattet (Dusche und WC am Gang, wie fast überall in den portugiesischen Pensaos). Da es kaum Bars gibt, verschlägt es mich am Abend ins Hard Rock Cafe.

Fotos

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GPS

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